FAQ

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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1- Was bedeutet „klassische Homöopathie?

Die klassische Homöopathie basiert auf den wissenschaftlichen Arbeiten vom Dr. Samuel Hahnemann, der die Grundlage dieser Therapie im Buch das Organon niedergeschrieben hat. Es gibt 6 Auflagen des Buches.
Neben den körperlichen Beschwerden berücksichtigt die klassische Homöopathie ebenso Lebensgewohnheiten, Persönlichkeitseigenschaften sowie die psychische Verfassung (Sorgen, Ängste, Träume..) des Patienten. Jeder Patient wird als Individuum gesehen, dementsprechend wird er behandelt und erhält seine individuelle Medikation.
Klassische Homöopathie wird heute bei akuten und chronischen Krankheiten angewendet.
Die Medikation basiert dann auf dem „Ähnlichkeitsprinzip“ (Siehe nächste Frage).

2- Was bedeutet „Ähnlichkeitsprinzip“?

Hahnemann nahm einen Arzneimittelversuch mit der Chinarinde vor. Während des Versuches entwickelte er Symptome, die der Malaria ähnelten, obwohl er gesund war.
Daraufhin kam er zu der Erkenntnis, dass die Chinarinde womöglich als Heilmittel gegen Malaria eingesetzt werden könnte. Dies geschah erfolgreich in seiner Praxis und er entwickelte somit die erste Grundlage seiner wissenschaftlichen Arbeit: Similia similibus curentur – Ähnliches kann durch Ähnliches geheilt werden.

3- Welche Erkrankungen werden homöopathisch behandelt?

Mögliche Anwendungsgebiete bei Erwachsenen sowie Kindern sind:
Hautkrankheiten
Atemwegserkrankungen
Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
Erkrankungen des Bewegungsapparates
Harnorganerkrankungen
Erkrankungen der Geschlechtsorgane sowie Wechseljahrsbeschwerden
Erkrankungen der Nerven und des Gemütes
Genaueres erfahren Sie von Ihrem Arzt oder Heilpraktiker

4- Übernimmt die Krankenkasse homöopathische Behandlungen?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine klassische homöopathische Behandlung im Allgemeinen nicht. Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten in der Regel ohne Probleme. Es können hin und wieder geringfügige Beiträge abgezogen werden. Neuerdings gibt es noch eine ganze Reihe von privaten Zusatzversicherungen, die einen Teil oder die komplette Summe der Therapiekosten für die homöopathischen Behandlungen übernehmen. Am Besten ist es sich immer gut im Voraus zu informieren.

5- Woraus bestehen homöopathische Arzneimittel?

Homöopathische Arzneien werden aus Pflanzen (Bsp.: Arnica), tierischen Produkten(Bsp.: Tintenfisch) Krankheitsprodukten (Bsp.:Grippe) und Mineralien(Bsp.: Calcium) gewonnen. Die Urstoffe werden nach unterschiedlichen Potenzstufen zu Tropfen, Tabletten, Ampullen oder Zuckerkügelchen (Globuli) verarbeitet.

6- Sind Veränderungen der Lebensgewohnheiten bei einer homöopathischen Behandlung notwendig?

Ja, wenn der Lebensstil zu den Krankheitsumständen beiträgt. Wer mit dem Kaffee, Rauchen und Alkohol übertreibt soll grundsätzlich seine Lebensgewohnheiten überdenken. Der Homöopath klärt Sie darüber auf, ob die Arznei eine Einschränkung erfordert.

7- Gibt es Nebenwirkungen während einer homöopathischen Behandlung?

Die Reaktionen, die eine homöopathische Behandlung auslösen kann, werden vom Patienten wahrgenommen und der Homöopath wird diese dann genau registrieren und zuordnen. Eine weitere Verschreibung wird dann entschieden. Besondere Vorsicht gilt für Menschen, die an seelischen Beschwerden und/oder an Hautkrankheiten leiden.

8- Wie wird die homöopathische Arznei herstellt?

Bei der Herstellung homöopathischer Arzneimittel werden die pharmazeutischen und gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Die homöopathischen Arzneien werden verdünnt und potenziert (d.h. kräftig mit einer festgelegten Zahl von Schlägen geschüttelt). Als Verdünnungsmittel wird Alkohol, destilliertes Wasser oder Milchzucker verwendet.

9- Welche Potenzen gibt es denn?

Urtinkturen entsprechen der direkten aktiven Ausgangsmaterie und können ebenso gegeben werden wie die verdünnte Variante, es sei denn die Ausgangssubstanz sei giftig und muss zuerst verdünnt werden.
C-Potenzen: Zur Zeit Hahnemanns wurde die C-Verdünnungsstufe hauptsächlich benutzt. Das bedeutet, dass je ein Tropfen der Urtinktur des Medikaments mit 99 Tropfen Alkohol vermischt wird. Dies entspricht dann C1. Diese wiederrum wird nochmal 1:99 verdünnt dies entspricht dann eine C2. C-Potenzen werden heute noch am häufigsten verwendet. Dazu gehören die Potenzen der so genannten Kent-Reihe: C6, C12, C30, C200, C1’000. Ab C15 wird die psychische Ebene erreicht.
D-Potenzen mit einer Verdünnungsreihe von 1:10 wurden später entwickelt und sind vor allem in Deutschland gängig. Ihre Wirkungstiefe erreicht die Organebene. Ab D30 wäre eine Wirkung auf die Psyche zu erwarten.
Q-Potenzen wurden von Hahnemann am Ende seines Lebens entwickelt und entsprechen einer Verdünnungsreihe von 1:50 000. Die Ausganssubstanz ist eine Verreibung aus C1 oder C2. Diese werden als Globuli gegeben.
LM-Potenzen werden zum größten Teil aus alkoholischen Auszügen der jeweiligen Grundsubstanz (C1 bis C3) hergestellt und entsprechen einer Verdünnungsreihe von    1:50 000. Diese werden Dilutionen genannt und dann als Tropfen gegeben.
Für einige Ausgangsstoffe ist die Herstellung der LM und Q-Potenzen allerdings gleich. LM-Potenzen sind nicht mit der Verdünnung C 50 000 zu verwechseln.
Man unterscheidet zwischen der Mehrglas- und Einglasmethode. Bei der Mehrglasmethode (nach Hahnemann) wird für jeden Potenzierungsschritt ein ungebrauchtes (neues) Glas verwendet. Bei der Einglasmethode (Korsakoff-Methode) wird jeder Potenzierungsschritt im selben Glas ausgeführt. In Deutschland ist nach HAB die Herstellung nur mit der Mehrglasmethode erlaubt.
K-Potenzen/CK-Potenzen sind nach Ihrem Erfinder Korsakoff genannt. Ab einer Verdünnungsreihe von C1000 ist es im Ausland üblich das Korsakoffverfahren zu verwenden. Nur durch die Einglasmethode nach Korsakoff sind noch höhere Potenzierungen möglich. Diese werden auch mit römischen Zahlen gekennzeichnet: CK1’000 (M), CK10’000 (XM), CK50’000 (LM) gezeichnet.

10- Warum tragen die Arzneien lateinische Namen?

Der Name des Produkts entspricht der aktiven Substanz. Die Substanzen werden durch ihre internationale wissenschaftliche Bezeichnung, den lateinischen Namen, definiert. So wissen die Ärzte und Heilpraktiker auf der ganzen Welt, genau von welchem Arzneimittel sie sprechen.

11- Wie werden homöopathische Mittel eingenommen?

Homöopathische Arzneien gibt es als Tropfen oder als Zuckerkügelchen (Globuli), Tabletten oder Ampullen für Spritzen. Welche Art der Verabreichung letztendlich gewählt wird, ist abhängig von der Krankheit, der Empfindlichkeit des Patienten und der Erfahrung des Homöopathen.

12- Woher kennt man die Wirkung eines „homöopathischen Arzneimittels“?

Homöopathische Arzneimittel werden von einer bestimmten Anzahl von Freiwilligen getestet. Diesen Testpersonen wird ein, ihnen unbekanntes, homöopathisches Mittel über einen längeren Zeitraum oder einmalig gegeben. Es werden alle körperlichen und psychischen Veränderungen, die während der Einnahme auftreten, in einem Tagebuch dokumentiert. Diese Erkenntnisse werden gesammelt und ausgewertet. Es entsteht ein sog. Arzneimittelbild, das in einer Arzneimittellehre (Materia medica) eingetragen wird.

13- Was ist der Unterschied zwischen sogenannten „Bewährten Indikationen“ und den Konstitutionsarzneien?

„Bewährte Indikation“: Die Erfahrung zeigte, dass die eine oder andere Arznei in bestimmten Fälle sehr gut heilte bzw. die Beschwerden lindern konnte. Die Arznei wird demnach nur aufgrund weniger Symptome ausgewählt. Die Anwendung findet vor allem im Bereich akuter Beschwerden (bspw. Verletzungen, Erkältungen, etc.) statt. Diese Art der Verordnung ist aber nur bedingt homöopathisch.

Grundsätzlich kann jede Arznei oder Konstitutionsarznei akut eingesetzt werden. Aber auch die Akut Arznei sollte sorgfältig ausgewählt werden, d. h. dem individuellen Menschen angepasst sein.
Eine Konstitutionsarznei deckt alle Symptome eines Menschen ab und entspricht demzufolge dem Prinzip der Ähnlichkeit.

14- Was sind Komplexmittel?

Bei homöopathischen Komplexmitteln werden mehrere homöopathische Mittel miteinander vermischt. Die kombinierten Mittel sollen sich in ihrer Wirkung miteinander ergänzen. Der Einsatz homöopathischer Komplexmittel (auch Komplexen genannt) öffnet Patienten und vielen nicht primär naturheilkundlich orientierten Ärzten/Therapeuten eine Tür zur „Homöopathie“. Sie können diese Arzneimittel indikationsbezogen einsetzen und sich den Weg der Repertorisierung sowie das Studium der Materia medica sparen.

15- Wie lange sind homöopathische Mittel haltbar?

Homöopathische Mittel sollen sachgerecht gelagert werden. Das heißt:
Die Arzneien dürfen nicht direkt dem Sonnenlicht ausgesetzt sein.
Im Flugzeug sollten die Arzneien in dafür gedachte Behälter transportiert werden.
Die Arzneien dürfen nicht über 50 Grade erhitzt werden.
Die Arzneien dürfen keinen Frost erleiden.

16- Wo liegen die Grenzen der Homöopathie?

Jede Heilmethode stößt  irgendwo an ihre Grenzen, so auch die klassische Homöopathie und die Phytotherapie. Zum Beispiel ein Knochenbruch muss eingegipst und ggf. genagelt werden; ein insulinpflichtiger Diabetiker braucht in der Regel weiterhin Insulin. Aber falls der Knochen dann nicht richtig heilen sollte, dann können auch neben der Homöopathie, die Phytotherapie und Schüßler Salze den Heilungsprozess unterstützen.

17- In welchen Ländern wird die Homöopathie angewendet?

Heutzutage ist die Homöopathie ein fester Bestandteil der Medizin in fast allen europäischen Ländern, in Lateinamerika, Indien, teils in Afrika und in den USA.

18- Wo werden die original Versionen der Bücher von Hahnemann aufbewahrt?

Das Robert-Bosch-Institut in Stuttgart verwaltet das Erbe von Hahnemann.

Copyright: Laurence Gromier-Heim (B.Sc.), Mühlhausen, 2002-2018.

 

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